Zur Startseite Bodendenkmäler Schlossberg Petersberg

Vor- und Frühgeschichte

Von der Anwesenheit von Jägern der mittleren Steinzeit (Mesolithikum, ca. 8500 bis 4500 v. Chr.) zeugen Funde von Pfeilspitzen auf dem Kapellenberg. > Bild

Die Jungsteinzeit ist gekennzeichnet von Ackerbau und Viehzucht, verbunden mit Sesshaftigkeit. Siedlungsspuren aus dieser Periode wurden auf den fruchtbaren Feldern nördlich von Burgbernheim, besonders beiderseits der Straße zum Hilpertshof nachgewiesen. Beim Bau der neuen Schießanlage 1937 wurde ein 15 cm langer Feuersteindolch ausgegraben. Ein Stück oberhalb am Abhang der Frankenhöhe fand man ein Steinbeilfragment. Im Zusammenhang mit einer Fundhäufung  bei Hornau und Preuntsfelden könnte das auf einen Fernhandelsweg von der Donau über die Altmühl schließen lassen, der bei Burgbernheim in den Aischgrund herab führte.

2012 fand man bei Erdarbeiten im Industriegebiet Reste eines menschlichen Skeletts, das der Michelsberger Kulturepoche (ca. 3700 v. Chr.) zugeordnet werden konnte. Aufsehen erregte der Fund zweier Silexpfeilspitzen im Bereich der Brustwirbelsäule, woraus auf einen gewaltsamen Tod geschlossen wurde. 

Undatiert sind Abschnittsbefestigungen am Ostrand der Frankenhöhe.  Zwei Abschnittswälle auf dem Schlossberg könnten auf eine hallstattzeitliche (ca. 500 v. Chr.) Höhensiedlung hinweisen. Wie die Ringwälle um den Gipfel des Petersbergs bei Marktbergel sind diese Befestigungen Ausdruck eines Schutzbedürfnisses der Bevölkerung in unsicheren Zeiten. Auch auf dem Kapellenberg lassen sich Hinweise auf eine Fliehburg bzw. Höhensiedlung, vermutlich aus keltischer Zeit, finden. Von dort stammen keltische Keramikfunde und eine Silbermünze.

Im letzten vorchristlichen Jahrhundert dringen elbgermanische Stämme ein. Hinweise auf eine elbgermanische Siedlung wurden bei Schwebheim gefunden. Zu den Elbgermanen zählten Alemannen und Thüringer.

 

"Fränkische Landnahme" im 6./7. Jh. 

Um das Jahr 500 war die mit Urwald bedeckte nördliche Frankenhöhe Grenze zwischen alemannischem Einfluss an der oberen Tauber und thüringischem am Main und im Aischgrund. Westlich des Rheins saßen die Franken, ein Zusammenschluss verschiedener germanischer Stämme. Nachdem sie unter ihren merowingischen Königen im frühen 6. Jh. Alemannen und Thüringer besiegt hatten, stand ihnen das Land östlich des Rheins offen. In kleinen Kampfverbänden eroberten sie das Land und besetzten hier für das Königtum die seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit, ca. 5500 bis 2200 v.Chr.) besiedelte fruchtbare Gäulandschaft und den oberen Aischgrund. Die ansässige elbgermanische Bevölkerung wurde in der Regel nicht vertrieben, sondern überherrscht.  Das Land organisierten sie in Gauen, wobei die Namen älterer Urgaue übernommen wurden, die meist nach Flüssen benannt waren. Der Aischgrund gehörte zum Rangau, hier war die Rannach namengebend. Innerhalb der Gaue wurden Königsgut und Königsleute zu Krongutsbezirken, zusammengefasst, die zugleich Gerichtssprengel waren. Mittelpunkt des Krongutsbezirks war der befestigte Königshof, der bevorzugt an einer strategisch bedeutsamen Stelle angelegt wurde. Königshöfe wurden zu wirtschaftlichen und politischen Zentren und zur Ausgangsbasis für Rodung, Siedlung und weiteren Landesausbau.

Bei Burgbernheim  dürften Altwege, die vom Tal auf die Frankenhöhe führten, das Interesse der fränkischen Eroberer gefunden haben, so dass sie  einen Königshof als Stützpunkt für die Erschließung der Frankenhöhe anlegten. Bei der Namensgebung für ihre Siedlungen verfuhren sie nach dem Schema Personenname + -heim. Unser Ort hieß Berenheim.
Ein Krongutsbezirk – fiscus dominicus Berenheim ist für 741/42 urkundlich nachgewiesen. Seine Entstehung dürfte auf die 2. fränkische Siedlungswelle unter dem Karolinger Karl Martell (nach 714) zu datieren sein, als die Siedler die Frankenhöhe im Blick hatten.

Weiter auf der Startseite